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Weltpremiere: PLASMATREAT und ROTA stellen neues Plasma-Ampullenverschließverfahren auf der INTERPACK 2005 in Düsseldorf vor

Blue Rondo International (bri) Redakteurin Inès A. Melamies sprach auf der Messe mit ROTA Geschäftsführer Ulrich Delhey.


ROTA-Geschäftsführer Ulrich Delhey präsentiert den Einsatz von Openair-Plasma in der neuen Ampullen-Verschließmaschine

bri: Glasampullen gelten in der Medizin als die sichersten Gefäße für die Aufbewahrung von parenteralen Flüssigkeiten. Die Firma ROTA GmbH & Co. KG im baden-württembergischen Wehr gehört mit ihren Ampullenfüll- und Verschließmaschinen zu den führenden deutschen Herstellern dieser Branche. Herr Delhey, welche unterschiedlichen Füll- und Verschließverfahren werden - international gesehen - bei Ampullen heute eingesetzt?

Delhey: Beim Füllen unterscheidet man zwischen Kolbendosierpumpen, Zeitdruckfüllung oder Wäägefüllung. Das Verschließen der Ampullen erfolgt heute weitgehendst mit einem Gas/Sauerstoffgemisch, wobei als Brennergas meistens Propan/Butan oder Erdgas verwendet wird. Das Verschließen der Ampullen mit Gas/Sauerstoff ist ein lang erprobtes und bewährtes Verfahren, das heute immer noch weltweit zu fast 100% angewandt wird. Bereits vor mehr als 15 Jahren, hat man versucht, Ampullen mittels Lasertechnik zu verschließen, was sich damals jedoch nicht durchsetzen konnte. Auf der INTERPACK 2002 und ACHEMA 2003 wurde dann ein neuer Anlauf gemacht, das Laserverfahren einzuführen. Seit dieser Zeit wurden weltweit jedoch nur 4 Laser-Verschließmaschinen von Anbietern verkauft.

bri: Wie kam es zu dem Einsatz von dieser neuen „Openair“ -Plasma Technik und welches Verfahren nutzte ROTA zuvor?

Delhey: Auch ROTA hat bis heute die Ampullen mit einem Gas/Sauerstoffgemisch oder mit Lasertechnik verschlossen. Bereits im Jahre 1925 hat ROTA weltweit die erste vollautomatische Abfüll- und Verschließmaschine für Ampullen entwickelt, die ab 1927 unter dem Namen AUTOROTA verkauft wurde. Als 2002 seitens der Firma PLASMATREAT an uns die Frage gestellt wurde, ob Ampullen auch mit Plasma zu verschließen seien, war unser Interesse geweckt und es wurde eine gemeinsame Marktstudie vereinbart.

bri: Wie lange dauerte es vom ersten Test bis zur heutigen Serienanwendung?


Die ROTA-Produktpräsentation auf der INTERPACK 2005

Delhey: Aufgrund der Vorversuche erkannte ROTA, dass das Verschließen von Ampullen mittels Plasma eine gute Alternative zu den gebräuchlichen Verfahren ist. Es dauerte nur etwa zwei Jahre, um das Verfahren bis zur Serienreife zu entwickeln.

bri: Das Verschließen der Ampullen verlangt optimale Bedingungen. Wird die Sicherheit und Zuverlässigkeit durch den Einsatz von „Openair“ - Plasma vereinfacht bzw. optimiert?

Delhey: Durch den Einsatz von Plasma wird das Einstellen der notwendigen Wärme , die erforderlich ist, um das Glas soweit zu erweichen, das man es durch Abziehen verschließen kann, wesentlich vereinfacht. Zur Anpassung des Verschließprozesses an die Spießdurchmesser werden nur die beiden Parameter Spannung und Druckluft verändert. Die Parameter können im Steuersystem der Maschine entsprechend den Spießdurchmessern abgelegt und bei Bedarf jederzeit aufgerufen werden. Somit braucht man zur Einstellung der Plasmadüsen keine speziellen Kenntnisse oder ein besonderes Fingerspitzengefühl, wie es zum Beispiel beim Einstellen einer Flamme aus Gas/Sauerstoff notwendig ist.

bri: Was ist der wesentliche technische Vorteil der Plasmaanwendung gegenüber dem Verschließen mit Gas/Sauerstoffgemisch?

Delhey: Diese Anwendung unterscheidet sich im wesentlichen durch die absolut reproduzierbare Einstellung. Daneben besteht der große technische Vorteil darin, das weder Abgase, noch Rußentwicklung entstehen.

bri: Mussten Ihre Füll- und Verschließmaschinen für den Einsatz der Plasmadüsen aufwendig umgerüstet werden?

Delhey: Jedes neue System erfordert eine gewisse Anpassung. Die Maschinen können bei dem Einsatz von Plasmadüsen aber weitestgehend so belassen werden, wie sie für den Einsatz des Gas/Sauerstoffsystem konstruiert wurden.

bri: Wie bedeutend ist der Wartungsaufwand der Plasmadüsen im Vergleich zu anderen Systemen?

Delhey: Auch hier sehen wir beim Plasma wesentliche Vorteile. Die Standzeit der Düsen ist im Vergleich zu den Brennerköpfen eines Gas/Sauerstoff Gemisches weit höher. Der Laser hat zwar eine höhere Standzeit als die Plasmadüse, ein Austausch ist jedoch sehr kostenintensiv, zeitaufwendig und erfordert auf jeden Fall eine Revalidierung der Parameter.

bri: Eine Weltpremiere ist ein bedeutendes Ereignis. Wo sehen Sie nach dieser Bekanntmachung Ihren Wettbewerbsvorteil?

Delhey: Durch den Einsatz dieser von PLASMATREAT entwickelten Technik, hat ROTA nicht nur aufs Neue ihre hohe Innovationsbereitschaft bewiesen, sondern sie ist derzeit auch der einzige Hersteller von Ampullen-abfüllmaschinen, der seinen Kunden ein Verfahren anbieten kann, welches das Abfüllen von Medikamenten gegenüber den herkömmlichen Methoden noch sicherer macht.

bri: Herrn Delhey, wir bedanken uns für dieses Gespräch!



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